Was ist der Person wichtig? / Was ist für die Person wichtig?

Dieses Arbeitsblatt/ Poster erkundet einerseits (vgl. SANDERSON/GOODWIN 2010, 4, DOOSE 2011, 31), was der Person wichtig ist und andererseits, was für die Person wichtig ist, um gesund und sicher zu sein. Bei dieser Methode werden zwei wichtige Fragen und eine Zusatzfrage erkundet:

1. Was ist der Person wichtig? 

Bei der ersten Frage geht es darum, möglichst genau herauszufinden, was der Person im Leben bzw. in einem Lebensbereich (zum Beispiel Schule, Arbeit, Wohnen) selbst wichtig ist: Was ist ihr im Leben wichtig? Welche Werte sind ihr bedeutsam? Was ist ihr zum Beispiel in der Arbeit oder Freizeit wichtig? Was macht sie glücklich? Was sollte in ihrem Leben unbedingt vorkommen, was sollte vermieden werden? Dies kann sich auf die Beziehungen zu anderen Menschen, auf den Tages- und Wochenablauf, auf positive Routinen und Abläufe oder auf bestimmte Dinge beziehen.

Bei der Beantwortung soll so weit wie möglich die Sichtweise der Person selbst dokumentiert werden. Bei Personen, die sich nicht lautsprachlich äußern können, kann die Frage entweder durch Beobachtung von Situationen, in denen sich die Person wohlfühlt, oder mithilfe der „Unterstützten Kommunikation“ beantwortet werden. Symbole aus der Unterstützten Kommunikation können auch direkt auf den Zettel oder das Plakat geklebt werden. 

 

2. Was braucht die Person, um gesund zu sein und sich sicher zu fühlen? 

Bei der zweiten Frage geht es darum, möglichst genau herauszufinden, was die Person braucht, um gesund zu sein und sich nicht in Gefahr zu bringen. Hier geht es um das Wohlbefinden und das gesundheitliche Wohlergehen. Was braucht die Person, um gesund zu bleiben oder zu werden? Welche Unterstützung benötigt sie, um zum Beispiel an einer Aktivität teilhaben zu können? Was benötigt sie für ihr seelisches Wohlergehen?

Bei dieser Frage geht es um die Sichtweise der Person, die aber ergänzt wird durch die Sichtweise der Eltern, BetreuerInnen, TherapeutInnen und ÄrztInnen. 

Ziel ist es, beide Fragen gleichermaßen zu beachten und in eine gute Balance zu bringen. Gerade bei Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung steht oft die zweite Frage nach der Gesundheit und Sicherheit im Vordergrund. 

 

Was müssen wir noch lernen oder erkunden?

Manchmal sind nach Beantwortung der beiden Fragen noch einige Punkte unklar und müssen weiter beobachtet oder erkundet werden. Diese Zusatzfrage gibt Raum, offene Fragen festzuhalten.

 

Links

Die Kurzbeschreibung der Methode im Minibuch Personenzentriertes Denken finden sie hier 

Auf der Interseite von Helen Sanderson Associates finden Sie in Englisch eine kurze Erläuterung der Methode und Beispiele   http://www.helensandersonassociates.co.uk/reading-room/how/person-centred-thinking/person-centred-thinking-tools/sorting-important-tofor.aspx 

Literatur

DOOSE, Stefan (2011): „I want my dream!“ Persönliche Zukunftsplanung. Neue Perspektiven und Methoden einer personenzentrierten Planung mit Menschen mit Behinderungen. Broschüre mit Materialienteil. 9. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage Kassel: Mensch zuerst, Der einführende Textteil ist auch verfügbar unter http://bidok.uibk.ac.at/library/doose-zukunftsplanung.html 

SANDERSON, Helen & GOODWIN, Gill (Hrsg.): Minibuch Personenzentriertes Denken. Deutsche Übersetzung Stefan Doose, Susanne Göbel, Oliver Koenig. HSA The Learning Community:  Stockport 2010 Verfügbar unter: http://www.personcentredplanning.eu/files/hsa_minibook_pcp_german.pdf