Curriculum

Ausgangslage

Die Zielsetzung des Projektes “New Paths to Inclusion” sollte vor allem durch die Entwicklung einer inklusiven Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung erreicht werden.

Personenzentrierte Ansätze wie Persönliche Zukunftsplanung sind nachweislich eine effektive Strategie zur Unterstützung der persönlichen Ziele einer Person und um personenzentrierte Dienstleistungen zu steuern. Dennoch gab es bisher nur relativ wenige und dann meist kurze Seminare (ein bis zwei Tage) und keine umfassenden Weiterbildungen in Persönlicher Zukunftsplanung in den teilnehmenden Ländern. 

Die Kursentwicklung

Für den Prozess der Entwicklung des Curriculums der Weiterbildung war es wichtig, die neusten Entwicklungen von personenzentriertem Denken, Planen und Handeln aus Großbritannien aufzugreifen und die Erfahrungen aus den teilnehmenden Ländern einzubeziehen. Helen Sanderson Associates (www.helensandersonassociates.co.uk), eine erfahrene Organisation in der Entwicklung, Weiterbildung und Organisationsberatung im Bereich personenzentrierter Arbeit, organisierte den Transfer der Erfahrungen aus Großbritannien und wirkte maßgeblich an der Entwicklung der Weiterbildung mit. 

Die Weiterbildung wurde von einer europäischen KursentwicklerInnengruppe entwickelt. Sie bestand aus Julie Lunt von Helen Sanderson Associates, Oliver Koenig aus Österreich, Milena Johnova aus der Tschechischen Republik, Ines Boban und Dr. Stefan Doose aus Deutschland. Sie wurde zeitweise unterstützt von Julie Allen von Helen Sanderson Associates sowie Susanne Göbel und Carolin Emrich aus Deutschland. Prof. Dr. Andreas Hinz von Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wirkte aus Sicht der Begleitforschung mit und das Beratergremium der anderen Projektpartner, die an der Weiterbildung teilnahmen, begleitete den Prozess mit ihren Rückmeldungen. 

Die 3 Kompetenzstufen der Weiterbildung

Die Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung kann auf drei verschiedenen Kompetenzstufen abgeschlossen werden:

  1. Das Basis-Zertifikat Persönliche Zukunftsplanung, welches den TeilnehmerInnen umfassende Kenntnisse im Bereich der personenzentrierten Ansätze und Persönlicher Zukunftsplanung bescheinigt und zur Unterstützung von Persönlichen Zukunftsplanungsprozessen befähigen soll.
  2. Das Zertifikat für ModeratorInnen in Persönliche Zukunftsplanung, für TeilnehmerInnen, die Persönliche Zukunftsplanungsprozesse professionell begleiten, dokumentieren und reflektieren sowie Unterstützungskreise moderieren können. 
  3. Das Zertifikat für MultiplikatorInnen in Persönliche Zukunftsplanung, für TeilnehmerInnen, die Seminare und Veranstaltungen zu personenzentrierten Ansätzen und Persönlicher Zukunftsplanung gestalten und personenzentrierte Veränderungsprozesse in Organisationen und ihren Ländern anstoßen wollen. 

Inklusive Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung und europäischer MultiplikatorInnenkurs

Die inklusive Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung besteht aus 6 Modulen mit jeweils ein- bis dreitägigen Seminaren. Sie wurde in Prag (Tschechische Republik), Wien (Österreich) und Eutin (Deutschland) erprobt. TeilnehmerInnen aus der Slowakei, Luxemburg, Italien und der Schweiz nahmen als Beobachter an der Weiterbildung teil, um die Ideen in ihre Organisationen und Länder weiterzutragen. 

Der europäische MultiplikatorInnenkurs mit zwei weiteren Modulen a zwei Tagen mit TeilnehmerInnen aus allen teilnehmenden Ländern in Bratislava (Slowakei) und Prag, war für die AbsolventInnen der inklusiven Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung, die interessiert waren, als MultiplikatorInnen und „BotschafterInnen“ für die Ideen und Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung in ihren Ländern zu wirken. Diese Seminare hatten einen Schwerpunkt auf dem europäischen Austausch, der Seminargestaltung und der Bildung von personenzentrierten Teams. 

Elemente der Weiterbildung Persönliche Zukunftsplanung

Die Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung basiert auf einigen wichtigen Elementen: 

  • Inklusive Weiterbildung – die Weiterbildung sollte so methodisch so gestaltet werden, dass sie einer heterogenen Gruppe von Lernenden mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Lernstilen es ermöglicht etwas über personenzentrierte Ansätze und Persönliche Zukunftsplanung zu lernen. Es war wichtig, sowohl Assistenzkräfte, BetreuerInnen, BeraterInnen, LehrerInnen, HilfeplanerInnen und Leitungskräfte von verschiedenen Organisationen und Arbeitsfeldern als auch SelbstvertreterInnen und Eltern mit einzubeziehen.
  • Aktionslernen  –  integraler Bestandteil der Weiterbildung ist es Methoden personenzentrierten Denkens und Planens für sich selbst zu erproben. ModeratorInnen sollten mindestens an drei Zukunftsplanungsprozessen in unterschiedlichen Rollen mitgewirkt haben.
  • Möglichkeiten des Online-Lernens – in Ergänzung zu den Seminaren konnten die TeilnehmerInnen die Lernplattform moodle bei bidok nutzen, um vertiefendes Material herunterzuladen und sich auszutauschen. 
  • Portfolio – die TeilnehmerInnen nutzten ein Portfolio, um ihr Lernen in der Weiterbildung sowie die Persönlichen Zukunftsplanungsprozesse zu dokumentieren und zu reflektieren. 
  • Modulare Struktur mit verschiedenen erfahrenen ReferentInnen und kontinuierliche Kursbegleitung –die sechs Module der Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung für ModeratorInnen wurden von verschiedenen, erfahrenen ReferentInnen und einer kontinuierlichen Kursbegleitung gestaltet. Die kontinuierliche Kursbegleitung war neben der inhaltlichen Mitgestaltung vor allem für die Unterstützung des Gruppenprozesses und die Begleitung der Persönlichen Zukunftsplanungsprozesse unerlässlich. Der europäische MultiplikatorInnenkurs mit den zwei zusätzlichen Modulen für interessierte Teilnehmer aus allen Weiterbildungen wurde von der Transfer-Expertin Julie Lunt aus Großbritannien gestaltet und von den nationalen KursbegleiterInnen unterstützt. Es ist wichtig, dass Seminare und Weiterbildungen in Persönlicher Zukunftsplanung von TrainerInnen durchgeführt werden, die selbst in diesem Bereich eine umfassende Weiterbildung absolviert haben und in personenzentrierter Arbeit und Persönlicher Zukunftsplanung erfahren sind. Die Kursentwicklergruppe hat eine Reihe von Qualitätsstandards für TrainerInnen und Weiterbildungen in Persönlicher Zukunftsplanung formuliert.
  • Arbeit mit veränderungsbereiten Organisationen  – es war wichtig vorab mit den GeschäftsführerInnen der teilnehmenden regionalen Partnerorganisationen abzuklären, dass die Weiterbildung in Persönlicher Zukunftsplanung mit den mittelfristigen Entwicklungszielen der Organisation in Richtung personenzentrierter Arbeit zusammenpasst, um den TeilnehmerInnen zu ermöglichen das in der Weiterbildung Gelernte in ihrer Praxis auch umzusetzen.