Jürgen - Mein Plan


Ich war 1 Jahr auf einer Weiterbildung in der Hochheimgasse, dort hab ich gehört was das ist, ein Zukunftsplan. Dort war eine Frau, die ist von Deutschland bis hierher geflogen. Ich habe mit Angelika gesprochen, ob sie mir einen Zukunftsplan macht. Das war ok. Wir haben einen Plan gemacht. Wo ich meine Reise antrete. Wir haben einen Termin ausgemacht, wo wir meinen Kreis aufbauen. Der Termin war am 12. Dezember 2009. Ich habe am 12. Dezember 2009 meinen Kreis aufgebaut. Ich habe eine Einladung gemacht. Angelika war meine Unterstützung. Da war ein Boot auf der Einladung. Ich habe die mit der Post abgegeben. Nicht alle sind gekommen, weil ein paar von ihnen keine Zeit hatten. Und ein paar hatten keine Zeit, weil sie trinken mussten. Nur zwei sind gekommen. Das waren meine Schwester und ihr Mann.

Ich habe gesagt was ich will: 

  1. Ich will eine Wohnung , wo ich wohnen kann.
  2. Mit mehreren Assistenten.
  3. Und ich will auch einmal eine Harley fahren.  
  4. Ich will einmal in die USA mit einer Harley fahren  

Ich habe Essen gemacht. Das waren ein paar Brötchen und zum Trinken Coca Cola. Das war gut. Wir haben alles aufgeschrieben und gemalt haben wir auch. Meine Schwester hat gesagt, dass wir einmal auf ein Harley-Treffen gehen. Das war alles gut. Ich habe noch einmal alle eingeladen. Die Einladung war auf ein Raumschiff. Da waren mehr da. Acht Leute sind gekommen. Das war mein Betreuer da. Und ein Boccia Spieler und eine Frau war auch da. Und mein Anwalt. Wir haben geredet, warum ich nicht volle Assistenz haben kann. Weil ich einen Sachwalter habe. Ich müsste das weggeben. Aber ich hatte Angst. 

Wir haben gleich besprochen, dass er nicht als Sachwalter sondern als Anwalt weitermacht. Wir waren einig, dass wir das weggeben. Ich hatte ein Termin im Gericht, wo ich gesagt habe, dass ich nicht mehr ein Sachwalter habe. Das Gericht hat gefragt, ob ich das will und ob ich das kann. Und ich habe gesagt , dass ich es kann. Und jetzt habe ich bald den Sachwalter weg. Ich bin jetzt ohne Sachwalter. Ich habe jetzt einen Anwalt.
Ich war im August mit meiner Schwester auf einem Harley Treffen in Wien. Dort waren 20 Harleys.  Das waren WOW!!!!!!!!!!!!) Ein Mann ist gekommen, hat mich an getippt und gefragt ob ich einmal aufsteigen will. Ich habe gesagt dass ich will. Meine Schwester hat mich hochgehoben. Der Mann hat probiert das Motorrad zu starten. Der Mann hat meinen Arm auf den Lenker gegeben, ich habe Gas gegeben. Mein Popo hat vibriert. Dann waren wir essen. Und jetzt bin ich im Zentrum für Kompetenzen ein Jahr lang als Praktikant. Meine Arbeit ist Zukunftsplanung. 

Ich war auf Wohnung Sondervergabe. Ich hab geredet mit einem Mann dass ich eine Wohnung haben will. Der Mann hat mir einen Zettel gegeben wo eine Wohnung ist. Am Mittwoch gehe ich hin.  Ich war in Wohnung. Das war WOW! Die Wohnung ist groß. Ich habe 2 Zimmer und 2 Klos und eine Küche. Und ein Bad. Und einen Balkon mit einer Rampe. Jetzt mache ich eine Feier. Ich habe mir 3 Träume erfüllt. Wir feiern am 12. November 2010 im Restaurant Kent. Ich bin ein bisschen aufgeregt wegen der Wohnung. Weil ich weiß noch nicht ob ich genug Geld habe. Weil in der Bank geben sie mir den Kredit nicht, weil das Haus ist alt.
Ich habe einen Brief an einen Mann geschrieben - er arbeitet im Rathaus - ob er mir helfen kann. Der Mann leiht mir Geld und ich gebe ihm jeden Monat was zurück. Und jetzt hab ich die Wohnung!!! Jetzt kann ich die Wohnung einrichten, wie ich will. Mit meinen Bildern zum Beispiel oder Elvis. Und einen Weinkeller.
Am Dienstag geh ich zu Wiener Wohnen und bezahle meine Wohnung.

Am 4. Dezember 2010 mache ich mal eine Zukunftsplanung. Weil ich brauch wen, der beim Umzug mit anpackt. Der Bruder und meine Mama wollen helfen. Aber mein Bruder ist ein bisschen wütend auf mich.

Am 23.12.2010 kommt mein Wohnungsschlüssel. Ich mache die Unterschrift für meine Wohnung. Ab jetzt kann ich endlich in meine Wohnung. Mein Bruder macht den Umzug. Ab 1.Jänner 2011 wohne ich in meiner Wohnung.
Ich habe 2010 einen Antrag auf Pflegegeldergänzung (PGE) gestellt. Ich war im Dezember 2010 bei einer Psychologin. Die musste mich für die Pflegegeldergänzung untersuchen. Die glaubte, ich bin deppert; Ich weiß nicht was ein Assistent ist. Die hat geglaubt, ich weiß nicht wieviel Cent ein Euro hat. Am 23.12.2010 wurde der Antrag abgelehnt. Weil ich noch einen Anwalt habe. Aber ich gebe nicht auf.
Ich muss mit Heimhilfe leben das ist nicht gut. Die Heimhilfe geht nicht mit mir hinaus, die kocht nicht.

Ich habe seit 21.3.2011 ein Projekt zusammen mit der Universität Wien. Das Projekt heißt “Assistenz”. Die Universität macht oft ein Projekt zusammen mit behinderten Menschen. Ich habe bei der Professorin angeklopft und habe gefragt, ob wir ein Projekt machen. Ich habe zusammen mit meinen Zukunftsplanern Andreas und Angelika und mit der Professorin über das Projekt gesprochen. Wir wollen einen Test für die Studenten um zu lernen was persönliche Assistenz ist. Ich hab neun Studenten (8 Frauen; 1 Mann) bekommen. Zu Beginn hat Andreas ein Kurs gemacht, wo er aufgezählt hat, was Assistenz ist und was ist ein Betreuer. Der Kurs ging zwei Tage. Danach habe ich die Studenten für meine Assistenz/Freizeitgestaltung am Nachmittag eingeteilt. Sie kochen, räumen auf und gehen mit mir weg. Ich kann jetzt mehr machen nach der Arbeit.

Endlich nach fast einem Jahr habe ich im dritten Anlauf die Zusage für die Persönliche Assistenz bekommen. 2012 ist es soweit. Es hat sich gelohnt.

 

Jürgen hat ein Video über seinen Kampf für Persönliche Assistenz gedreht, den sie hier sehen können.

Sie können hier das Sonderheft der impulse zum Thema Zukunftsplanung herunterladen.